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2026. április 1.

Glaube im Rückzug – und wie Pfingsten das ändert

Pfingsten gehört zu den Festen, die man schnell übergeht. Ein langes Wochenende – OK. Aber die meisten wissen kaum, warum wir Pfingsten eigentlich feiern. Es hat keine starken Bilder, wie Weihnachten, und keine greifbare Dramatik, wie Karfreitag und Ostern. Und doch ist es so wichtig für uns als Kirche!

Als Evangelisch-lutherische haben wir so viele Gemeinden, die auf eine lange Geschichte zurückblicken! Kirchengebäude prägen Orte und Regionen. Der Glaube ist da. Wir wissen, dass Jesus lebt – und doch erleben viele, dass Gemeinden auf dem Rückzug sind und kleiner werden; dass der Glaube im Alltag weniger sichtbar, weniger kraftvoll ist.

Wenn man sich die Situation der Jünger nach Ostern anschaut, wirkt sie erstaunlich vertraut. Sie wussten, dass Jesus lebt. Aber ihr Leben war noch nicht von Mut geprägt. Sie waren zusammen, aber eher im Rückzug. Ihr Glaube war da, aber er hatte (noch) keine sichtbare Kraft nach außen. Die Jünger haben jahrelang mit Jesus gelebt. Sie haben sein Vorbild gesehen. Und trotzdem sind sie vor Pfingsten verängstigt.

An Karfreitag laufen sie davon (Mk 14,50). Sie erfinden Notlügen (Mt 26,70–74). Sie lassen ihren Freund und Meister im Stich. Tolle Freunde. Jünger, die nur zu Hause sitzen. Die nicht wissen, was sie tun sollen. Die sich zurückziehen. Die sich nicht trauen, über ihren Glauben zu reden (Joh 20,19). Sie sind nach Karfreitag perspektivlos. Und selbst als sie dem Auferstandenen begegnen, ändert sich daran zunächst wenig. Bei seiner Himmelfahrt sagt Jesus: „Ihr werdet meine Zeugen sein.“ (Apg 1,8) Und wie reagieren die Jünger? Sie gehen zurück nach Jerusalem zu ihren Freunden und beten (Apg 1,14). Sie suchen Gottes Nähe. Sie reden mit ihm. Sie warten auf den heiligen Geist (Apg 1,4–5). 


Und genau hier wird es spannend. Denn auch viele Gemeinden erleben eine ähnliche Spannung: der Glaube ist da, die Tradition ist da, aber die Frage bleibt, wie daraus wieder eine lebendige, sichtbare Kraft werden kann, die Menschen im Alltag erreicht. Fehlt uns vielleicht genau das, was die Jünger in dieser Situation getan haben? Beten. Gott um Kraft bitten, um Mut bitten. Gott um seinen heiligen Geist bitten, den er denen versprochen hat, die ihn darum bitten (Lk 11,13).

Lasst uns unseren Glauben praktizieren, beten – auch (oder gerade dann), wenn wir die Kraft Gottes in unserem Leben nicht spüren!

Nach einigen Tagen Gebet passiert dann Pfingsten: „…es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel, wie von einem gewaltigen Sturm, und erfüllte das ganze Haus…“ (Apg 2,2) 


Die Jünger werden erfüllt vom Heiligen Geist. Und sofort verändert sich etwas. Sie fangen an zu predigen. Es wird laut. Es bewegt sich etwas. Gottes Geist verändert Menschen.

Wie bei der Schöpfung, haucht Gott ihnen neues Leben ein (Joh 20,22; Gen 2,7). Sie sind nicht mehr ängstlich. Sie verstecken sich nicht mehr. Sie lassen sich verändern.

Und damit stellt sich die nächste Frage: Sind wir als Kirche dazu bereit – bereit, uns verändern zu lassen? Sind wir offen für das Wirken des Heiligen Geistes? Folgen wir seinen Impulsen – auch in unseren Gemeinden, in unseren Strukturen, in unseren Gewohnheiten?

Die Jünger gehen raus. Dahin, wo die Menschen sind. Sie gehen neue Wege. Sie stellen sich vor tausende Menschen und predigen. Aus ängstlichen Männern werden mutige Zeugen. Sie haben keine Angst mehr vor der Meinung der Leute. Sie sind erfüllt von Gottes Geist. Sie handeln aus innerer Überzeugung. „Ihr werdet meine Zeugen sein“ – das hatte Jesus versprochen. Jetzt sind sie es. Sie reden von dem, was sie bewegt. Von dem, was sie verstanden haben. Und genau darin werden sie zu einem Vorbild für uns.

Vielleicht liegt genau hier eine Herausforderung für uns heute: Wie kann Glaube in einem Umfeld, das sich zunehmend säkular entwickelt, wieder sprachfähig werden? Wie kann er Menschen erreichen, die mit Kirche wenig verbinden – oder nur noch Tradition? Pfingsten gibt darauf eine überraschend einfache Antwort. Nicht zuerst durch Programme. Nicht zuerst durch Strategien. Sondern durch Gottes Geist.

Wichtig ist dabei: Die Jünger handeln nicht aus Zwang. Nicht nach dem Motto: „Als guter Christ muss ich jetzt…“ Nein. Sie haben begriffen, dass sie ohne Gottes Geist nichts tun können, und stehen deshalb nicht unter dem Druck selbst etwas schaffen zu müssen. Stattdessen erleben sie, wie Gott durch sie wirkt. Sie erleben Freiheit, nicht Druck. Denn „wo […] der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“ (2Kor 3,17). Die Jünger erleben das ganz praktisch. Sie merken: Gottes Geist gibt Kraft. Und ihr Dienst zeigt Wirkung.


Aber die Jünger erleben auch Gegenwind. Nicht alle finden gut, was passiert. Schon damals gibt es Spott: „Die sind doch betrunken!“ (Apg 2,13) Die Jünger werden angegriffen – ihr ganzes Leben lang. Elf von zwölf bezahlen der Überlieferung nach – ihren Glauben mit ihrem Leben.


Und wenn wir heute unseren Glauben leben, wird es auch kritische Reaktionen geben. Vielleicht schiefe Blicke. Vielleicht kritische Fragen. Vielleicht Unverständnis. Damit müssen wir rechnen. Rechne mit Folgen! Rechne mit Konsequenzen!

Am Ende der Pfingstpredigt lassen sich dreitausend Menschen taufen (Apg 2,41). Dreitausend! Gottes Geist wirkt. Die Kirche entsteht. Deshalb feiern wir Pfingsten. Wenn wir heute feiern, dass Gott uns seinen Geist schenkt, dann geht es nicht um ein schönes Gefühl oder ein frommes Ritual.

Lasst uns dafür beten, dass Gottes Geist durch seine Kinder, durch seine Kirche wieder spürbar wirkt!

„Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit – Freiheit. Und wo die Kraft des Höchsten liegt, ist Freude – Freude. Dein Wind weht manchmal leise, manchmal laut. Oh, lass dein Feuer [Geist] fallen auf deine Braut [Kirche]. Heiliger Geist, leite die Zeit, Zeig uns den Weg, führ uns zum Thron! Geist Gottes, komm, wir brauchen mehr Von dir.“

Du kannst das Lied Heiliger Geist hier finden.


Herrad von Landsberg: Pfingsten und die Aussendung des Heiligen Geistes auf die Apostel (1180)

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